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Deutschlands Damen sorgen für eine faustdicke Überraschung
Wenn eine Damenmannschaft gegen ein Herrenteam unter Herrenbedingungen gewinnt, dann ist das ein dickes Kompliment wert. Wenn ein Damenteam im, für die meisten Spielerinnen 13. Spiel innerhalb von 2 Tagen, gegen ein bosnisches Herrenteam gewinnt, dann grenzt das beinah an Majestätsbeleidigung.
So geschehen am vergangenen Wochenende in der Nienburger Meerbachhalle, beim alljährlichen Traditionsturnier des Nienburger Behindertensportvereins, dass in diesem Jahr bereits in der 34. Auflage stattfand.
Die deutschen Damen waren bei diesem Turnier angetreten, um weitere Turniererfahrung zu sammeln und um zu zeigen, dass es sich bei der Teilnahme an der EM in diesem
Jahr nicht um eine einmalige Angelegenheit handeln soll. Für die Spielerinnen bedeutete der Start mit der Mannschaft eine Doppelbelastung, da sie bei diesem Turnier auch für ihre Heimatmannschaften angetreten sind.
In der Vorrunde trafen die deutschen Damen auf die Teams aus Nienburg, Hamburg und auf OKI Brezna aus Bosnien. Und bereits hier setzten die Damen ein erstes Zeichen und gewannen sowohl ihr Auftaktspiel gegen Nienburg und später gegen den 4. der deutschen Meisterschaften aus Hamburg. Lediglich dem bosnischen Herrenteam mußten sich die Damen geschlagen geben.
In der Zwischenrunde konnten die Damen gegen Leipzig und Berlin zwar kein Spiel gewinnen, aber es gelang immerhin ein Satzerfolg gegen den Vizemeister aus Berlin.
Im ersten Spiel der Finalrunde unterlagen die Damen dem norwegischen Herrenteam aus Sandness knapp und im letzten Spiel des Turniers trafen sie auf das bosnische Herrenteam aus Zenica. Und in diesem Spiel starteten die Damen ein regelrechtes Sitzvolleyballfeuerwerk. Mit viel Überblick und gezielten Aktionen spielten Sie den Gegner geradezu schwindelig und gewannen den ersten Satz. Dieser Satzgewinn wäre an sich schon ein Wahnsinnserfolg gewesen, aber die Damen setzten noch eins drauf. Der zweite Satz ging knapp an Zenica und der Tie-Break mußte entscheiden. Und in diesem blieb Zenica ohne eine echte Chance. Mit einem deutlichen 15:7 gewannen die Damen und der Jubel kannte keine Grenzen.
In der Endabrechnung bedeutete das Platz 6 und dieser Erfolg bzw. dieses Achtungszeichen kam genau zum richtigen Zeitpunkt!
Denn der deutsche Behindertensportverband lehnte in der letzten Woche zum wiederholten Male jegliche Unterstützung der deutschen Damenauswahl ab. Der Verband verweist darauf, dass man das Team, aufgrund der nicht geglückten Qualifikation für die Paralympics 2008 und weil es keine gesonderte Deutsche Meisterschaft gibt, für nicht förderungswürdig hält. (Eine Begründung, die im Übrigen auch für die deutschen Herren gilt, trotzdem werden diese weiterhin vom Verband unterstützt.)
Auf diese Absage hat das Team genau die richtige - sportliche - Antwort gegeben und die Damen haben deutlich gemacht, dass sie nicht aufgeben werden, sondern die Arbeit weiter fortgeführt wird.
Den Turniersieg sicherte sich der deutsche Vizemeister aus Berlin, vor OKI Breza und dem BV Leipzig.
Webweiser
- Fotos vom Turnier: Sivoba-Fotoalbum
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